Die Goldangst ist ein Problem des Gehirns, also ein mentales Problem. Die Goldangst entsteht, wenn der Fokus des Bogenschützen auf das Gold (die Mitte der Zielscheibe ist gelb, im Bogensportslang auch Gold genannt) gerichtet ist. Im laufe von intensivem Training erreicht der Bogenschütze in der ersten Phase eine enorme Leistungsverbesserung. Wenn diese dann eingetreten ist, kann er sich nur noch verschlechtern. Der Bogenschütze möchte aber noch nach wie vor besser werden. Da der Bogenschütze so extrem auf das Gold ausgerichtet ist, ist das Gehirn schnell damit zufrieden, wenn der Bogenschütze den Bogen auf das Gold ausgerichtet hat. Die Folge, die Goldangst, der Bogenschütze steht im Gold und kann nicht mehr lösen oder er kann mit dem Pin nicht mehr in das Gold visieren und bleibt im roten Bereich der Scheibe stecken.
Johan Krost hat in seinem Buch von 0 auf 1300 einen Fall beschrieben, in dem die Goldangst bei einer amerikanischen Hochleistungsschützen überwunden wurde, indem sie nicht mehr auf das Gold, sondern auf den roten Ring zielen sollte. Dies brachte schnell erfolgt, bis auch hier die Goldangst, oder soll man besser sagen, die Rotangst einsetzte. Dann wurde gleiches Wiederholt, dieses Mal mit dem blauen Ring. Auch dies endete mit dem gleichen Ergebnis.
Das menschliche Gehirn kommt nicht damit klar, wenn das Ziel das Gold ist. In diesem Moment hört der Körper auf den Befehlen zu folgen, da das Ziel ja erreicht ist. Ein ähnliches Problem haben auch die 100 m - Läufer. Der Körper hört nach 90m instinktiv auf zu laufen, da die erreichte Geschwindkeit ja noch locker reicht, um die gewünschten 100 m zu laufen. So kann ein 100 m - Läufer aber keinen Weltrekord laufen. Dies erreicht der Läufer, indem er sich innerlich vorbereitet, 110 m zu laufen.
Für Bogenschützen gilt das gleiche. Aus diesem Grunde wurde für den Recurvebogen der Klicker erfunden und entwickelt. Der Fokus des Bogenschützen soll auf keinem Fall auf dem Zielen liegen, sondern auf den Bewegungsablauf. Das Ziel des Bogenschützen ist das Nachhalten und der Bogenschütze verbindet das Nachhalten mit großer Freude.
Die Goldangst ist also eine Folge von falschem Training und falschem Schussablauf. Dem Bogenschützen wurde entweder der korrekte Bewegungsablauf nicht vermittelt, oder es wurde versäumt den Bogenschützen über den Sinn und Zweck des Klickers und der Rückenspannung in Verbindung mit dem Nachahlten zu vermitteln.
Wenn der Bogenschuss stattfinden soll, liegt der komplette Fokus des Bogenschützen auf die Verlagerung des Kraftaufwandes aus dem Oberarm in den Sculea - Muskel. Dies ist eine Mikrobewegung die die volle Konzentration des Bogenschützen erfordert und daher die Goldangst unmöglich macht. Dies ist der einzige Grund, warum die Recurveschützen mit Klicker schießen und dauernd von der Rückenspannung reden.
Was ist aber nun mit Compound - Schützen, Blankbognern oder Langbogen - Schützen ?
Nun, genau das gleiche. Da die Goldangst jeden treffen kann.
Der Bogenschütze geht in den Vorauszug und zielt in diesem Moment vor, egal ob Compound, Recurve, Blank oder Langbogen. Dann wird geankert und die letzten Visierkorrekturen vorgenommen. Ab diesem Moment beschäftigt sich der Geist des Schützen NICHT MEHR mit dem Zielen, sondern ist einzig und alleine damit beschäftigt, den Schuss zu lösen.
Der Recurve - Schütze mit dem Klicker löst mit der Rückenspannung den Klick aus und oh wunder, der Pfeil fliegt in das Gold, auch ohne zu Zielen! Den gezielt hat man ja schon im Vorauszug und im Anker.
Der Compound - Schütze hängt in der Wand und hat keinen Klicker. Zwar kann ein Backtension - Release die Rückenspannung simmulieren, dies ist jedoch eine schwierige Bewegung. Der Compound - Schütze und der Blankbogenschütze kann mit einer kleinen Bewegung von links nach rechts (oder rechts nach links) oder von oben nach unten (oder von unten nach oben) unterstützten und im einem zeitlichen Faktor arbeiten. Die Bewegung zum Gold wird ausgeführt, und nach einer bestimmten Zeitdauer wird der Schuss gelöst. Der Fokus des Bogenschützen liegt hier also auf der Zeit, in keinem Fall auf dem Gold!
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Die Goldangst ist eine gefürchtete Krankheit der Bogenschützen. Der Anfänger ist vor der Goldangst immun, aber wenn man schon einige Jahre unter Turnierbedingungen Bogenschießen betreibt, entwickelt sich die Goldangst. Viele Bogenschützen entdecken nach einigen Jahren die Goldangst. Hinter der Goldangst versteckt sich die Hemmung, zu lösen und damit den Pfeil sauber in das Gold zu schießen. Der Bogenschütze steht mit seinem Pin im Gold und nun müßte er schießen. Er müßte, er tut es aber nicht. Es gibt eine innere Hemmung die den Schuss verhindert. In einer Abwandlung der Goldangst kommt der Bogenschütze nur ins Rot und kann das Gold nicht mehr anvisieren. Dieses Phänomen nennt man Goldangst! Die Goldangst trifft früher oder später jeden Bogenschützen, der beim Bogenschießen auf den Aufbau der Rückenspannung und das Nachhalten verzichtet und sich statt dessen alleine auf das Zielen konzentriert.
Wenn die Goldangst so richtig gepackt hat, der hat ein Problem für dass es kein allgemeingültiges Patentrezept gibt. Es hängt davon ab, wie früh die "Goldangst" behandelt wird und wie tief sie schon fortgeschritten ist. Dies ist kein Spaß, bei einer sehr tiefen Goldangst kommt der Bogenschütze ohne psychologischer Betreuung alleine nicht mehr heraus und muss den Sport aufgeben.
Wenn die Goldangst noch in einem frühen Stadium ist, dann sollte der Bogenschütze folgendes probieren:
Helfen diese Tipps nicht, sollte man in der Tat psychologischen Rat aufsuchen. Dann ist das Problem tiefer und kann nicht ohne Hilfe beseitigt werden.