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Pfeilkunde: Der Compoundpfeil

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Der Compoundbogen zeichnet sich durch seine hohe Kraft aus die sanft auf den Pfeil übertragen wird. Durch die Umlenkrollen wird die Kraft auf den Pfeil zuerst langsam und dann zunehmend übertragen. Beim Compound kommt es durch das Lösen mit dem Release zu keinem Pfeilparadoxon wie dies beim Lösen mit der Hand der Fall ist. Die Ansprüche an den Compoundpfeil sind daher anders als bei dem Recurvebogen. Auf einem Compoundbogen sollte man aus diesen Gründen einen Pfeil schießen, der für diese speziellen Compoundbedingungen entwickelt worden ist. Der Compoundschütze sollte sich nicht an dem Recurveschützen orientieren und umgekehrt.

Der Compoundpfeil


Der Compoundpfeil besteht in der Regel aus reinem Carbon. Aufgrund des hohen Zuggewichtes ist die Belastung beim Einschlag auf den Pfeil sehr hoch. Ein Pfeil aus Aluminium ist daher nicht die beste Wahl. Besonders bei Zielscheiben aus Stramit verbiegen sich die Aluminiumpfeile da die Belastung beim Einschlag auf die Dauer einfach zu hoch ist.


Der Compound schießt mit recht preiswerten Pfeilschäften wie z. B. dem Redline sehr gut. Es muss vor allem in der Halle und auch als mittelmäßiger Turnierschütze gar kein teurer Pfeil sein. Da der Compound über genügend Zugkraft verfügt, kann der Compoundpfeil mit einer schweren Spitze geschossen werden. Ein FOC - Wert von 20% ist für den Compoundpfeil leicht zu erreichen. Damit ist die Verschiebung des Schwerpunktes zur Spitze gemeint (Front of Center) die um 20% von der Pfeilmitte zur Spitze hin verschoben wird. Dies wird mit einer schwereren Spitze erreicht und verbessert den Pfeilflug und das Trefferbild.


Der typische Compoundpfeil besteht also aus Carbon und ist mit einer schweren Spitze bestückt um sich damit im harten Compoundwettkampf den bestmöglichen Vorteil zu sichern. Für eine bessere Stabilisierung im Flug darf sich der Compoundschütze auch eine etwas größere Befiederung als der Recurveschütze leisten. Dank des hohen Zuggewichts des Compound, braucht der Compoundschütze in der Pfeilabstimmung keine Kompromisse schließen.



Für den Compoundschützen ist der Wettbewerb hart. Einen 9er - Schnitt im Wettkampf ist häufig normal und das leistet der Bogen mit einem gut abgestimmten Pfeil fast schon alleine. Über ein gutes Pfeilmaterial kann sich der Compoundschütze daher den einen oder anderen Ring zusätzlich sichern.


Der X10 - Protour von Easton zeichnet sich durch seine Stabilität aus und bringt tatsächlich im Compoundbereich auch für den Nichtweltcup - Schützen mehr Ringe. Hier gibt es einen echten Materialvorteil. Ebenso gute Ergebnisse erzielt der Nano von Carbon Express. Hierbei handelt es sich um sehr teure Pfeile (> 30 Euro pro Pfeil) die auf die speziellen Bedürfnisse des Compoundbogen entwickelt worden sind. Die Pfeile sind sehr exakt gefertigt (nur geringe Fertigungstoleranzen, ähnlich wie es sonst nur bei einem Aluminiumpfeil möglich ist) und halten auch Dauerhaft den Belastungen beim Auftreffen auf der Scheibe stand. Die Kosten der Anschaffungen machen sich bei diesen Pfeilen bezahlt. Das Schießergebniss ist sehr konstant und durch die Haltbarkeit der Pfeile ist die Anschaffung insgesamt preiswerter. Pfeile dieser Preiskategorie halten deutlich länger. Mit einem Satz Pfeile kann der Turnierschütze locker mehrere Jahre schießen.

Bei den preiswerteren Schäften benötigt der Turnierschütze scherlich zwei bis drei Sätze pro Jahr.

X10-Protour Compound

Hier ein Auszug aus dem Easton Pfeilkatalog für den X10 ProTour mit einem Bild des Pfeils und der Wertetabelle zu sehen.


Der Compoundbogen kann aber auch mit anderen Pfeilen sehr gut umgehen die nicht so teuer sind wie der X10 oder der Nano. Hierzu gehört sicherlich auch der Navigator der gute Compoundeigenschaften besitzt. Auch ein Redline oder ein ACC - Pfeil sind hier zu nennen. Allerdings gehen die preiswerteren Pfeile auch häufiger kaputt.


Weniger geeignet für den Compound ist der im Recurvebereich gute ACE - Pfeil. Der ACE verfügt über sehr gute Flugeigenschaften und ist daher im Recurvebereich sehr beliebt. Der Compoundbogen ist aber auf die Vorteile des ACE nicht angewiesen, da die Belastungen des Compoundbogen eben anders sind als bei einem Recurvebogen. Obwohl der ACE auch auf dem Compound geschossen werden kann, ist ein reiner Carbonpfeil für den Compound etwas besser. Bevor man einen teuren ACE - Pfeil auf dem Compound schießt, sollte man lieber etwas mehr investieren und einen Pfeil nutzen, der für einen Compound entwickelt worden ist, den X10 Pro Tour oder den Nano. Oder etwas weniger Geld ausgeben und einen Navigator schießen der auf einem Compound sicherlich das gleiche leisten kann wie ein deutlich teurerer ACE.

© 2008 - 2010 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen von Uwe Losse