Seite "Pfeilkunde: Der Pfeilschaft" in der Rubrik "Pfeilkunde"
Der Schaft ist der größte und längste Teil des Pfeils. Aus dem Pfeilschaft wird durch das anbringen von Spitze, Nocke und Befiederung der Pfeil. Der Pfeilschaft bildet also die Basis für den Pfeil und will unter bestimmten Kriterien ausgesucht werden. Der Pfeilschaft kann aus Holz, Aluminium, Carbon oder Aluminium/Carbon bestehen. Die verschiedenen Materialien haben jeweils eigene Eigenschaften, die je nach Einsatzzweck und Geld des Bogenschützen ausgewählt werden.
Für die richtige Auswahl des Pfeilschafts sollte man grundsätzliche Dinge über die Pfeilphysik wissen und beachten. Auch die Unterschiede der verschiedenen Materialien (Holz, Aluminium, Carbon) sollten zuvor bekannt sein.
Um den richtigen Pfeilschaft auszuwählen muss zuvor die Pfeillänge des Bogenschützen bestimmt werden. Jeder Bogenschütze hat eine andere Armlänge und damit auch eine andere Auszugslänge. Bei einem Recurvebogen bedeutet dies, dass je nach Auszugslänge auch eine andere Kraft auf den Pfeil übertragen wird. Es muss also auch das echte Zuggewicht auf dem Finger des Bogenschützen ermittelt werden. Dies erfolgt mit einer Bogenwaage, der Bogenschütze nimmt eine Federwaage und zieht den Bogen bis zu seinem Anker aus. Die dabei aufgewendete Kraft wird von der Federwaage gemessen und damit wird auch das Zugewicht des Bogenschützen individuell ermittelt.
Wenn diese Variablen Pfeillänge und Zuggewicht bekannt sind, muss man sich überlegen welche Eigenschaft der Schaft erfüllen soll. Ein Langstreckenpfeil ist dünn, dafür ist z. B. ein ACE oder ein Navigator gut geeignet. Für einen Allzweckpfeil eignet sich ein ACC - Pfeil. Für Kurzstreckenpfeile eignet sich ein Pfeil aus Aluminium, z. B. der Paradepfeil der X7. Ein Hauptkriterium für die Auswahl des richtigen Pfeilschafts ist sicherlich der Geldbeutet. Ein Pfeil ist eindeutig ein Verbrauchsgut und ein Einsteiger braucht keinen Pfeil für 15 Euro!
Der Pfeilschaft muss zum Bogen, d. h. zum Zuggewicht auf dem Finger das der Bogenschütze zieht, passen. Der Pfeilhersteller Easton hat auf seiner Homepage einen Schaft - Selector eingerichtet, der schnell und sicher den richtigen Schaft im Verhältnis zur Stärke des Bogens anbietet.
Die Auswahl des richtigen Schafts erfolgt in folgenden Schritten:
1. Ermittlung der Pfeillänge
2. Ermittlung des Auszugsgewichts auf dem Finger
3. Festlegung der Eigenschaften die der Schaft erfüllen soll (unter Betrachtung des Geldbeutels)
4. In der Easton - Tabelle unter dem ausgewählten Schaft mit dem Zuggewicht und der Auszugslänge den von Easton vorgeschlagenen Spinewert bestimmen.
5. Den empfohlenen Schaft kaufen und in der Praxis testen. Dabei auch mit verschiedenen Spitzengewichten arbeiten und so ein grobes und feines Tuning durchführen.
6. Sobald die individuellen Werte ermittelt worden sind, können weitere Schäfte geordert werden.
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Man kommt also nicht umhin, sich ein wenig mit den aktuellen Materialien auszukennen. Dies übernimmt zum Glück der Händler des Vertrauens der in der Regel sehr Materialkundig ist und gut im Thema steckt. Der Einsteigerschütze und auch der fortgeschrittene Schütze sind damit häufig überfordert, zu viele Faktoren müssen berücksichtigt werden um einen Pfeil zum fliegen zu bringen. Dennoch müssen die Grundprinzipien von jedem Schützen verstanden worden sein, sonst kann man den richtigen Pfeil nicht auswählen und dem Händler nicht die notwendigen Informationen geben!
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