Das Tatsächliche Zuggewicht auf dem Finger ist für die Bestimmung des korrekten Pfeilschaftes sehr wichtig, denn nur so kann der Händler des Vertrauens oder der Trainer den richtigen Pfeilschaft bestimmen. Leider gibt es nur bedingt Möglichkeiten dieses Zuggewicht auf dem Finger exakt zu bestimmen.
Es darf ja nichts zwischen der Hand und der Sehne ausser dem Tab befinden, da sonst die Messung verfälscht wird. Zudem entscheidet die Technik des Schützen mit der Rückenspannung, wieviel Energie tatsächlich an den Pfeil übertragen wird. Hat der Schütze ein entspanntes Lösen wird viel Energie an den Pfeil übertragen. Zupft der Schütze an der Sehne wie an einer Gittarenseite, denn wird auch weniger Kraft auf den Pfeil übertragen da die Sehne nicht schön nach vorne gleiten kann sondern abgebremst wird.
Eine saubere Technik des Bogenschützen insbesondere beim Lösen hilft beim Pfeiltuning schon sehr!
Um nun das Zuggewicht des Bogenschützen auf dem Finger zu bestimmen, wird üblicherweise eine Federwaage benutzt. Diese Federwaage wird unterhalb des Pfeils in die Sehne gehakt, der Schütze zieht dann mit der Federwaage den Bogen aus bis zum Ankerpunkt. Bei einem fortgeschrittenen Bogenschützen bis über den Klick des Klickers. Dann wird einfach auf der Bogenwaage das maximale Gewicht abgelesen.
Dieser Vorgang sollte im aufgewärmten Zustand des Bogenschützen durchgeführt werden, also wenn er Technisch die besten Schüsse abliefern kann. Dann wird die Messung drei Mal hinter einander durchgeführt um Messfehler zu minimieren.
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Um den passenden Pfeilschaft zu finden, benötigt man eine Aussage über das Zuggewicht. Damit ist das tatsächliche Gewicht auf dem Finger gemeint und nicht das auf den Wurfarmen aufgedruckte Gewicht. Häufig wird vom Bogenschützen angenommen, nur weil er Wurfarme mit z. B. 28 lbs benutzt, dass er auch 28 lbs (Pfund) ziehen würde. Tatsache ist, dass gerade beim Recurve das tatsächliche Zuggewicht von der Auszugslänge des Bogenschützen abhängig ist. Die Angaben der Wurfarme beziehen sich alle auf die Normauszugslänge von 28 Zoll. Es gibt aber nur wenige Bogenschützen die diese 28 Zoll wirklich haben, viele liegen darunter und einige wenige Bogenschützen liegen über 28 Zoll. Das Zuggewicht auf dem Finger muss also individuell ermittelt werden.

Die Federwaagen haben natürlich auch Messungenauigkeiten, so sind exakte Messungen nicht durchführbar da die Federwaage bei 30° C einen leicht anderen Wert ermittelt als bei 10° C. Die Messungenauigkeit liegt bei ca. 5 %. Auch die Art und Weise wie der Bogenschütze den Auszug durchführt, ob schnell oder langsam oder ruckartig oder gleichmäßig hat Einfluss auf das Messverhalten und damit auch auf die daraus resultierende Schaftauswahl.
Mit dem Messergebnis geht man in die Schaftauswahl, in der Schaftauswahl und dem darauf folgenden Grobtuning und für fortgeschrittene Bogenschützen auch das Feintuning wird erst der richtige Pfeilschaft ausgeschossen. Aus den oben erwähnten Gründen kann mit reiner Messung nur selten auf Anhieb der richtige Pfeilschaft gefunden werden. Es muss immer anschließend ein Ausschießen der Pfeile stattfinden, z. B. den Berger - Test oder den Rohschafttest.
Der Übergang vom Einsteiger zum fortgeschrittenen Bogenschützen und zum erfahrenen Turnierschützen sind immer kritische Momente für den Geldbeutel. Häufig gehen die Irrtümer ins Geld. Der Pfeilschaft kann über die schwere der Spitze, die Länge des Pfeils, den Nockpunkt, die Befiederung und auch die Buttoneinstellung getunt und optimiert werden. Jedoch muss der Spinewert des Pfeils passen, sonst klappt gar nix. Ob die Auswahl des Pfeilschafts die richtige war, erfährt man leider erst in den sehr aufwändigen Testprozederen.




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