Bogenschießen
Bogenschießen  Alles über Pfeil und Bogen
Bogen und Pfeil Zielauflage Logo

Pfeilkunde

Seite "Pfeilkunde" in der Rubrik "Pfeilkunde"

Pfeile werden aus verschiedenen Materialien gefertigt die unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Diese Eigenschaften machen einen Pfeil zum idealen Hallenpfeil oder auch dem Gegenteil, dem idealen Langstreckenpfeil. Pfeil ist nicht gleich Pfeil. Das wichtigste ist, das der Pfeil zum Bogen und zum Schützen passt. Hierzu gehören die Pfeillänge (also die Auszugslänge), die dicke des Schafts, das Material aus dem der Pfeil besteht, die Anforderungen an den Pfeil (Langstrecke, Kurzdistanzen, Haltbarkeit, etc.) und natürlich der Geldbeutel des Schützen. Es gibt viele Dinge zu beachten um den Bogenschützen einen guten Pfeil zu geben. Um den richtigen Pfeil zu bestimmen, müssen zusätzlich auch noch die technischen Details, wie z. B. die Kraft des Bogens beachtet werden. Leider sind Pfeile verschleißteile. Der Turnierschütze benötigt in der Regel 2 Mal im Jahr einen Satz Pfeile. Für die Hallensaison und für die Freiluftsaison. Ein Satz besteht aus 12 Pfeilen, da ein Pfeil schon einmal 20 Euro und mehr kostet, kommt hier schon ein stattlicher Betrag zusammen. Insbesondere wenn ein Pfeil verschossen wird oder wenn der Pfeil durch einen anderen Pfeil beschädigt wird.

Wird ein "Robin" geschossen, dass ist wenn ein Pfeil in einen anderem Pfeil steckt, dann gehört nach Sitte der Bogenschützen übrigens beide Pfeile dem Bogenschützen der zuletzt geschossen hat.

Pfeilkunde


Der Pfeil besteht aus hauptsächlich aus einem Schaft. Der Schaft kann aus Holz, Aluminium, Carbon oder Aluminium/Carbon bestehen. Die dicke des Schafts nimmt großen Einfluss auf den Luftwiederstand, je dünner ein Schaft ist um so weiter fliegt er.


Jeder Schaft wird mit einer Pfeilspitze ausgerüstet. Die Pfeilspitze dient hauptsächlich dazu, den Schaft an der Spitze schwerer zu machen. Dies stabilisiert die Flugbahn. Mit einer schweren Spitze wird der Schwerpunkt des Pfeils nach vorne verlagert, mit einer leichteren Spitze wird der Schwerpunkt nicht ganz so weit nach vorne verlagert.

Beim Abschuss wird der Pfeil zuerst gestaucht da der Pfeil die Massendrägheit überwinden muss. Je schwerer die Spitze ist desto größer ist die Stauchung des Pfeils. Mit dem Gewicht der Spitze wird der Spinewert des Pfeils massgeblich beeinflusst und der Spinewert ist so ziemlich das wichtigste für einen Bogenschützen. Jeder Bogenschütze benötigt genau den für seinen Bogen und seiner Schießtechnik passenden Pfeil. Beim Abschuss wird der Pfeil gestaucht und der Pfeil wird in eine starke Pendebewegung versetzt. Der Pfeil muss in seinem Ganzen sich so verwinden, dass er in seiner Eigenschwingung beim Abschuss trotzdem gerade zum Ziel fliegt. Es benötigt viel Grundwissen um den richtigen Pfeil für den Bogen zu finden und noch mehr Wissen und Erfahrung um an dem Bogen das notwendige Grobtuning und Feintuning durchzuführen.


Am Ende eines jeden Pfeils ist die Nocke. Die Nocke gibt es in vielen Varianten, einige Noken werden speziell für bestimmte Pfeiltypen konstruiert und können nur mit "Inserts" verwendet werden. Das sind kleine Hülsen die an dem Schaftende gesteckt werden um die Nocke zu montieren. Bei der Nocke ist es wichtig, dass die Nocke in die Sehne passt. Die Nocke darf nicht zu groß und nicht zu klein sein. Die Nocke muss einfach passen, sonst gibt das nix mit dem Bogenschießen.

Pfeil Bestandteil

Am Ende des Schafts wird an jedem Pfeil die Befiederung angebracht. Die Befiederung stabilisiert den Pfeil im Flug aerodynamisch. Auch für die Befiederung gibt es unterschiedliche Materialien und Größen. Je größer die Befiederung desto schneller erfolgt die Stabilisierung im Flug, allerdings wird durch eine große Befiederung auch der Luftwiederstand starkt erhöht und damit die Reichweite verkürzt. Gerade für die etwas schwächeren Bögen (unter 30 lbs) kommen daher nur kleinere Federn in Betracht um den Pfeil nicht zu stark abzubremsen.


Den Schaft zusammen mit der Spitze, der Befiederung und dem Nock nennt man Pfeil. Jeder Pfeil muss für Turniere gekennzeichnet sein, häufig geschieht dies mit den Initialen des Schützen. Es darf auch der Name des Schützen sein, die Regeln fordern nur, dass der Pfeil auf der Scheibe sich von den anderen Pfeilen unterscheiden kann. Da die Federn im Flug abfallen können, muss der Schaft eindeutig gekennzeichnet sein. Bei Feldbogen- oder 3D - Turnieren gibt es zusätzlich Anforderungen, dann muss jeder Pfeil zusätzlich eine Nummer tragen oder mit einer unterschiedlichen Anzahl von Ringen markiert sein.



Ob ein Pfeil zum Bogen passt, kann über verschiedene Methoden erfolgen. Fest steht, dass dieses Verfahren zum einen sehr lohnend ist, und zum anderen auch sehr Zeitaufwändig. Eventuell sogar kostspielig, wenn nämlich nach einem Bergertest oder einem anderen Verfahren heraus kommt, dass der Pfeil überhaupt nicht zum fliegen gebracht werden kann und das der Spinewert höher oder niedriger sein muss. Dies wird anhand der Trefferlage auf der Zielauflage ermittelt. Bei diesen Methoden schießt man befiederte und unbefiederte Pfeile und bringt die Trefferlage ins Verhältniss. Dies setzt jedoch eine hohe Grundfertigkeit des Schützen voraus. Je besser die Schießleistung des Schützen ist, desto genauer ist auch das Ergebnis. Dies führt dazu, dass für jeden Bogenschützen ein Grobtuning unbedingt notwendig ist, ein Feintuning muss erst ab einer hohen Qualität des Bogenschützen durchgeführt werden. Diese fängt ab einem 1200er - FITA - Stern an.

© 2008 - 2010 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen von Uwe Losse